{"id":545,"date":"2021-09-03T13:38:40","date_gmt":"2021-09-03T13:38:40","guid":{"rendered":"http:\/\/democracyandreligion.com\/?page_id=545"},"modified":"2021-10-22T14:11:36","modified_gmt":"2021-10-22T14:11:36","slug":"ausstellung","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/democracyandreligion.com\/de\/uber\/de\/ausstellung\/","title":{"rendered":"Ausstellung"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"has-huge-font-size\"><strong>Religion in einer Pluralen Gesellschaft: Indonesische Perspektiven<\/strong><\/h1>\n\n\n\n<p>Text: Claudia Seise<\/p>\n\n\n\n<p>Die Idee f\u00fcr die virtuelle Ausstellung kam spontan w\u00e4hrend eines Treffens mit Dr. Saskia Sch\u00e4fer, Dr. Thomas Stodulka und Prof. Mohammad Gharaibeh, um das Projekt \u201e<em>Democracy and Interreligious Initiatives\u201c<\/em>, gef\u00f6rdert aus Mitteln der Berliner University Alliance, zu besprechen. Covid 19 (Corona) hatte &#8211; wie bei vielen anderen Projekten &#8211; die Mitglieder unserer Projektgruppe gezwungen, neue, alternative und vor allem kreative Wege zu gehen, um dem Projekt trotz der neuen, begrenzenden Umst\u00e4nde Leben einzuhauchen und interessante Ergebnisse vorzulegen. Da kam die Idee f\u00fcr eine virtuelle Ausstellung. Ich habe mich mit moderner indonesischer Kunst seit meinem Studienaufenthalt in Yogyakarta, Java 2005\/6 besch\u00e4ftigt und 2008\/9 eine unabh\u00e4ngige Feldforschung zu zeitgen\u00f6ssischer indonesischer Kunst in Yogyakarta durchgef\u00fchrt. Die Ergebnisse erschienen in dem Buch: <em>One Year on the Scene: Contemporary Art in Indonesia<\/em> (2010). In meiner weiteren Forschungst\u00e4tigkeit habe ich mich dann mehr und mehr dem Islam in Indonesien zugewandt. Die virtuelle Ausstellung \u201e<em>Religion in einer Pluralen Gesellschaft: Indonesische Perspektiven\u201c<\/em> bringt jetzt diese Forschungsinteressen zusammen: Kunst und Religion, Kunst und Spiritualit\u00e4t, Kunst und Islam.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Kunstwerke von 14 K\u00fcnstler:innen mit unterschiedlichen geographischen, religi\u00f6sen und k\u00fcnstlerischen Hintergr\u00fcnden werden in dieser Ausstellung gezeigt. Bei der Auswahl der K\u00fcnstler:innen versuchte ich die elementare Wichtigkeit von Diversit\u00e4t im indonesischen Archipel zu reflektieren. Von 14 K\u00fcnstler:innen sind vier Frauen. H\u00e4ufig werden in Indonesien M\u00e4nner K\u00fcnstler und Frauen studieren eher selten Kunst. Von den 14 K\u00fcnstler:innen sind die Mehrheit muslimisch gepr\u00e4gt, was die Gesellschaft Indonesiens widerspiegelt. Vier K\u00fcnstler:innen sind entweder evangelisch oder hinduistisch gepr\u00e4gt oder folgen einem javanischen Glaubenssystem. Die K\u00fcnstler:innen stammen aus Java, Sumatra, Bali, Kalimantan und Sulawesi. Neben Malerei zeigt die Ausstellung auch Grafiken, Glasmalerei und Skulptur.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit dieser virtuellen Ausstellung hoffe ich, einen kreativen Beitrag zur Wissenschaftskommunikation zu leisten, der sich nicht auf die zusammenfassenden Erl\u00e4uterungen wissenschaftlicher Ergebnisse beschr\u00e4nkt, sondern aktives Zuh\u00f6ren und Zuschauen \u00fcbt. Die Forschung zu interreligi\u00f6sen Initiativen in Indonesien wird um eine k\u00fcnstlerische Perspektive erg\u00e4nzt und erweitert somit die Expertise \u00fcber Interreligi\u00f6ses Engagement und Demokratieverst\u00e4ndnis in Verbindung mit Religion. Die \u00dcberschreitung sprachlicher Grenzen durch visuelle Kunst bietet die M\u00f6glichkeit neuer Br\u00fccken und Kommunikationskan\u00e4le. In diesem Sinne kann die Ausstellung \u201eReligion in einer Pluralen Gesellschaft\u201c auch als ein Forschungsinstrument verstanden werden. Ich bedanke mich bei der Berlin University Alliance und Dr. Saskia Sch\u00e4fer f\u00fcr die M\u00f6glichkeit, diese virtuelle Ausstellung organisieren und kuratieren zu d\u00fcrfen. Mein ganz besonderer Dank geht an die 14 K\u00fcnstler:innen, die ihre Zeit und kreative Energie f\u00fcr diese Projekt eingesetzt haben. <em>Terimakasih banyak!<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Indonesien<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Indonesien ist ein Inselstaat in S\u00fcdostasien, begrenzt durch den Indischen Ozean im Westen und den Pazifischen Ozean im Osten, liegt es auf dem Ring des Feuers (dem Pazifischen Feuerg\u00fcrtel) und hat eine der h\u00f6chsten vulkanischen und tektonischen Aktivit\u00e4ten weltweit. Das Land erstreckt sich vom n\u00f6rdlichsten Zipfel in Sumatra, Aceh, bis nach West Papua und umfasst mehr als 17.000 bewohnte und unbewohnte Inseln. Indonesien ist Heimat von einer gro\u00dfen Vielzahl an ethnischen, religi\u00f6sen, kulturellen und sprachlichen Gruppen und besteht als Nationalstaat seit dem 17. August 1945. Es vereint die genannte Vielfalt in dem Nationalen Motto <em>Bhinekka Tunggal Ika<\/em>, Einheit in Vielfalt, unter der Staatsideologie Pancasila.<a href=\"#_ftn1\">[1]<\/a> Die erste S\u00e4ule der Pancasila ist der Glaube in den <em>Einen Gott<\/em>. Die gro\u00dfe Mehrheit der Indonesier:innen gibt an, dem Islam anzugeh\u00f6ren, doch k\u00f6nnen auch Christen, Katholiken, Hindus, Buddhisten, Anh\u00e4nger des Konfuzianismus und lokaler Glaubenssysteme (Ind.: <em>kerpercayaan<\/em>) ihren Glauben leben. In einigen Gegenden Indonesiens stellen verschiedene Religionen, auf nationaler Ebene als Minderheiten wahrgenommen, die Mehrheit. So zum Beispiel in Bali, wo die meisten Bewohner:innen dem Balinesischen Hinduismus angeh\u00f6ren. Der Bezug zur Indonesischen Nationalideologie wird auch in den Kunstwerken einiger K\u00fcnstler:innen dieser Ausstellung hergestellt und als wichtiger Anker f\u00fcr eine nationale Harmonie und religi\u00f6se Toleranz verstanden. So beschreibt zum Beispiel die K\u00fcnstlerin <strong>Budiasih<\/strong> in ihrem Konzept zu ihrem Werk \u201eBaum des Lebens\u201c, die Pancasila als ein Gef\u00e4\u00df, das zu einem Mittel wird, um Religionen und Glaubensformen in Indonesien zu verbinden, um so das ideale Zusammenleben zu erreichen. Auch der Grafikk\u00fcnstler <strong>Syahrizal Pahlevi<\/strong> bezieht sich in seiner Arbeit \u201e6+1 ID Card\u201c auf die Pancasila, deren erste S\u00e4ule, der Glauben an den einen Gott, de facto festlegt, dass alle Indonesier:innen auf ihrem Ausweis ihre Glaubenszugeh\u00f6rigkeit angeben m\u00fcssen. Daraus ergibt sich, so der K\u00fcnstler, dass die Religionszugeh\u00f6rigkeit eines jeden B\u00fcrgers\/ einer jeden B\u00fcrgerin \u00f6ffentlich bekannt gemacht werden muss. Diese Ver\u00f6ffentlichung, so der K\u00fcnstler, kann auch zu Diskriminierung aufgrund der Religionszugeh\u00f6rigkeit f\u00fchren. Der K\u00fcnstler <strong>Robert Nasrullah<\/strong> verbindet seine Arbeit \u201eTa\u2019aruf: Kennenlernen\u201c ebenfalls mit der Pancasila und sieht diese als notwendiges Dach, unter diesem alle Religionen und Glaubenssysteme Indonesien staatlichen Schutz genie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Religion, Glaube und Spiritualit\u00e4t sind tiefgreifende Elemente des Indonesischen Lebens. Das Gebet, Verbindungen zur unsichtbaren Welt, spirituelle Praxis und ein tiefverwurzelter Glaube sind ein elementarer Bestandteil des Lebens einer gro\u00dfen Anzahl Indonesier:innen. Gleichzeitig wird traditionell die Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Religion oder einem Glaubenssystem als Voraussetzung gesehen, die Tugenden der Toleranz und der Achtung vor Andersgl\u00e4ubigen zu erlernen, um so Teil eines harmonischen Miteinanders zu werden. Es kann gesagt werden, dass die geographische Lage des Archipels zu Offenheit und Toleranz gegen\u00fcber neuen und andersartigen Ideen beigetragen hat. An der maritimen Seidenstra\u00dfe gelegen, befindet sich das heutige Indonesien an historisch gewachsenen Handelsrouten, die das Inselreich mit der arabischen Welt, Afrika, Europa und m\u00f6glicherweise sogar mit S\u00fcdamerika verbanden. Der K\u00fcnstler <strong>Sindu Siwikan<\/strong> schreibt im Konzept zu seiner Skulptur \u201eDialog\u201c, dass seiner Meinung nach, die geographische Lage dazu beitr\u00e4gt, dass Indonesier:innen generell sehr neugierig und offen gegen\u00fcber anderen Menschen sind. Und Er sieht Toleranz gegen\u00fcber religi\u00f6ser Praxis und Pluralit\u00e4t in Herkunft, Religion und Sprache als daraus resultierendes Ergebnis, das tief in der indonesischen Gesellschaft verankert ist. Dass es trotz dieser von mehreren K\u00fcnstler:innen erw\u00e4hnten Toleranz auch Konflikte und, wie Syahrizal Pahlevi erw\u00e4hnt, Diskriminierung in der Indonesischen Gesellschaft gibt, negiert nicht das innewohnende Streben nach Harmonie (Ind.: <em>kerukunan<\/em>), das nicht nur durch die Pancasila und der Anerkennung jeglichen Glaubens, der zu dem Einen Gott f\u00fchrt, zum Ausdruck kommt. Es ist das tief verwurzelte Streben nach Harmonie, dass es erst m\u00f6glich gemacht hat, dass neue Ideen, Glaubenssysteme und Religionen in die Gesellschaften des Archipels Einlass erhielten und dann an die lokalen Begebenheiten, Traditionen und Vorstellungen angepasst wurden. In dieser Hinsicht, sind die Menschen Indonesiens sehr rezeptiv, jedoch dabei \u00e4u\u00dferst darauf bedacht, ihre kulturelle, spirituelle und religi\u00f6se Ungebundenheit, Unabh\u00e4ngigkeit und Authentizit\u00e4t zu bewahren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Religion im \u00d6ffentlichen Raum<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Seit meinem Studienaufenthalt in 2005\/6 habe ich insgesamt mehr als f\u00fcnf Jahre in Indonesien gelebt, geforscht und gearbeitet. Dabei ist mir eine Sache sehr deutlich geworden: Religion, Glaube und Spiritualit\u00e4t in vielen Facetten sind ein wichtiger, integrativer und nicht wegzudenkender Teil der indonesischen Gesellschaft. Dieser \u00f6ffentlich gelebte Glaube ist in keiner Weise homogen, auch wenn <em>der<\/em> Islam in vielen Teilen Indonesiens die Mehrheitsreligion stellt. Denn auch <em>der<\/em> Islam ist in Indonesien nicht homogen. Die K\u00fcnstlerin <strong>Rina Kurniyati<\/strong> m\u00f6chte in ihrem Werk \u201eZwielicht am Hafen\u201c die Vielfalt der Kulturen, Religionen und des profanen Lebens in Indonesien artikulieren. 15 separate Glasgem\u00e4lde, die verschiedene Autotypen in verschiedenen Farbt\u00f6nen zeigen, ergeben zusammen ein Gesamtkunstwerk. Jedes einzelne Bild kann f\u00fcr sich betrachtet werden und ist ein in sich stimmiges Werk. Doch k\u00f6nnen auch alle 15 Bilder mit allen 15 Autotypen zusammen als ein Kunstwerk betrachtet werden. Ein Kunstwerk, das durch die Vielfalt und das Farbenspiel \u00fcberzeugt und in dem jedes einzelne Auto zu einem Gesamtkunstwerk verschmilzt. Die Symbolik ist tiefgr\u00fcndig und doch so einfach. Rina schreibt in ihrem Konzept: \u201eLetztendlich zeigt meine Arbeit, dass es auf das Endergebnis ankommt: eine Zeit, in der alle zusammenkommen, um sich gegenseitig zu respektieren. Jedes Element der Gesellschaft zeigt und lebt dennoch seine Einzigartigkeit, denn die eigentliche Essenz gegenseitigen Respekts ist das Vorhandensein von Unterschieden und die Sch\u00f6nheit der unterschiedlichen Farben.\u201c Der K\u00fcnstler <strong>Robert Nasrullah<\/strong> beschreibt dieses Ph\u00e4nomen mit einer anderen Analogie, n\u00e4mlich der der wei\u00dfen Leinwand, die mit verschiedenen Farben bemalt wird. Durch unterschiedliche Farben, so der K\u00fcnstler, kann ein sch\u00f6nes und bedeutungsvolles Werk geschaffen werden. \u201eDurch den k\u00fcnstlerischen Prozess erhalten wir indirekt die Lektion, dass unterschiedliche (religi\u00f6se und spirituelle) \u00dcberzeugungen kein Hindernis f\u00fcr uns darstellen, zusammenzuhalten und uns gegenseitig zu helfen\u201c, schreibt Robert Nasrullah in seinem Konzept zu \u201eTa\u2019aruf: Kennenlernen\u201c. Auch K\u00fcnstler <strong>Fika Ariestya Sultan<\/strong> findet eine passende Analogie f\u00fcr die religi\u00f6se und spirituelle Diversit\u00e4t in Indonesien: die Blumenwiese, die er in seinen beiden Werken darstellt. Er schreibt: \u201eMenschen sind perfekt wie die verschiedenen Blumen auf einer Wiese. Ihre verschiedenen Gr\u00f6\u00dfen und Bl\u00fcten macht sie sch\u00f6n und komplement\u00e4r. Pluralit\u00e4t ist wunderbar, wenn sie auf der Basis eines breiten Verst\u00e4ndnisses von Liebe (<em>Ya Rahman<\/em>) und tiefer Liebe (<em>Ya Rahim<\/em>) steht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Gottesh\u00e4user verschiedener Religionen befinden sich in Indonesien teilweise in naher Nachbarschaft zueinander und pr\u00e4gen den religi\u00f6sen \u00f6ffentlichen Raum. Ein interessantes Ph\u00e4nomen stellen hierbei unter anderem die Moscheen in traditionell-javanischer Bauweise, die in Form eines <em>pendopo<\/em>, einem Pavillion-\u00e4hnlichen Geb\u00e4ude errichtet auf S\u00e4ulen, ohne Minarett und Kuppel gebaut worden sind. Der <em>pendopo<\/em> ist ein elementarer Bestandteil der Javanischen Architektur und ist traditionell ein Ort f\u00fcr Rituale und religi\u00f6se Zeremonien, wird aber auch genutzt, um G\u00e4ste zu empfangen. Der <em>pendopo<\/em> kann sowohl alleinstehen, als auch Teil eines traditionellen Javanischen Hauses sein. Er stellt ein interessantes Beispiel dar, wie die Lokalisierung des Islam in Java im \u00f6ffentlichen Raum in Form von Moscheen in traditioneller Bauweise verwirklicht worden ist. Bei vielen Moscheen findet man eine Art von <em>pendopo<\/em>. Auch das typische Javanische Spitzdach, das an Tempelbauten erinnert, ist bei vielen traditionellen Moscheen in Java, aber auch in Sumatra, z.B. in Palembang, zu finden. Interessante Beispiele daf\u00fcr sind die gro\u00dfe Moschee Mesjid Agung in Kota Gede, Yogyakarta auf der Insel Java und die Mesjid Agung in Palembang, S\u00fcd-Sumatra. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"769\" src=\"http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Mosche_Kota-Gede-1024x769.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1083\" srcset=\"http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Mosche_Kota-Gede-1024x769.jpg 1024w, http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Mosche_Kota-Gede-300x225.jpg 300w, http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Mosche_Kota-Gede-768x577.jpg 768w, http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Mosche_Kota-Gede-1536x1154.jpg 1536w, http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Mosche_Kota-Gede-2048x1539.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption>Mesjid Agung Kota Gedhe, Yogyakarta<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"691\" src=\"http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Moschee-Palembang-1024x691.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1084\" srcset=\"http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Moschee-Palembang-1024x691.jpg 1024w, http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Moschee-Palembang-300x202.jpg 300w, http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Moschee-Palembang-768x518.jpg 768w, http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Moschee-Palembang-1536x1036.jpg 1536w, http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Moschee-Palembang-2048x1382.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption>Mesjid Agung, Palembang<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Doch nicht nur Gottesh\u00e4user, auch die Menschen selbst reflektieren Glaube und Spiritualit\u00e4t im \u00f6ffentlichen Raum. Viele Frauen tragen Kopft\u00fccher (Ind.: <em>jilbab<\/em>) und zeigen somit bewusst und selbstbewusst ihre Zugeh\u00f6rigkeit zum Islam. Auch sieht man muslimische M\u00e4nner die typische Kopfbedeckung, <em>peci<\/em>, tragen. Menschen christlichen Glaubens tragen h\u00e4ufig ein Kreuz und auch Hindus tragen religi\u00f6se Symbole, z.B. die typischen Reisk\u00f6rner auf der Stirn, die nach einem traditionellen Gebet mit Wasser angedr\u00fcckt werden. Bei \u00f6ffentlichen Ansprachen wird versucht, mit Begr\u00fc\u00dfungsformeln religi\u00f6se Vielfalt widerzuspiegeln; z.B. wird sowohl <em>Assalamualaikum<\/em>, die islamische Begr\u00fc\u00dfung, <em>Salam Sejahtera<\/em>, die Begr\u00fc\u00dfung f\u00fcr Menschen Christlichen Glauben, und <em>Om Swastiastu<\/em> f\u00fcr Anh\u00e4nger des balinesischen Hinduismus verwendet.<\/p>\n\n\n\n<p>Der K\u00fcnstler <strong>Suparman<\/strong> zeigt in seinem Werk in Lacktechnik die Vielfalt der unterschiedlichen Kulturen und spirituellen Str\u00f6mungen in Indonesien in Form eines Kulturfestivals. Figuren mit traditionellen Masken und Kost\u00fcmen tanzen gemeinsam in der Hauptstadt Jakarta. Im Hintergrund sieht man ein wichtiges Symbol der indonesischen Nation, das Nationaldenkmal (Monas), welches den Kampf um die Unabh\u00e4ngigkeit symbolisiert und auch als Symbol der Einheit der Indonesischen Vielfalt gelesen werden kann. Entworfen wurde das Monas Denkmal von Friedrich Silaban und R.M. Soedarsono. Rechts im Bild ist au\u00dferdem das Denkmal Dirgantara, auch bekannt als Pancoran Statue, zu sehen. Sie wurde von dem indonesischen K\u00fcnstler Edhi Sunarso entworfen und 1966 fertiggestellt. Diese zweite Statue symbolisiert den technischen Fortschritt der indonesischen Nation, vor allem in Bezug auf Luft- und Raumfahrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Nationaldenkmal Monas ist ein so zentrales Symbol der Indonesischen Nation, dass es im \u00f6ffentlichen Raum und im kollektiven Bewusstsein der indonesischen Bev\u00f6lkerung ein Schl\u00fcsselelement darstellt, auf das sich im religi\u00f6sen und nichtreligi\u00f6sen Bereich immer wieder bezogen und mit pers\u00f6nlichen und religi\u00f6sen Interpretationen aufgeladen wird. Der indonesische K\u00fcnstler Askanadi zum Beispiel, der nicht an dieser Ausstellung teilnimmt, hat f\u00fcr sich das Nationaldenkmal als Symbol f\u00fcr die Religiosit\u00e4t der Indonesischen Bev\u00f6lkerung interpretiert. Die S\u00e4ule, die nach oben zeigt, steht f\u00fcr die vertikale Verbindung zu Gott und das rezeptive, leicht schalenartige Fundament steht f\u00fcr das Indonesische Volk. Egal welcher Religion oder welchem Glaubenssystem jemand angeh\u00f6rt, sie alle sind in dem rezeptiven, horizontalen Teil des Denkmals in ihrer vertikalen Verbindung zu Gott vereint.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"776\" src=\"http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Ritual150x200cm-Acryl-on-Canvas-1024x776.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1086\" srcset=\"http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Ritual150x200cm-Acryl-on-Canvas-1024x776.jpg 1024w, http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Ritual150x200cm-Acryl-on-Canvas-300x227.jpg 300w, http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Ritual150x200cm-Acryl-on-Canvas-768x582.jpg 768w, http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Ritual150x200cm-Acryl-on-Canvas-1536x1164.jpg 1536w, http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Ritual150x200cm-Acryl-on-Canvas-2048x1552.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><figcaption>Askanadi \/\/Ritual \/\/ Acryl auf Leinwand \/\/ 150 cm x 200 cm <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Eine allgemein vertretene Interpretation des Denkmals, entlehnt aus der hinduistischen Tradition, ist die Symbolik des Lingga, welches kosmologisch f\u00fcr das m\u00e4nnliche Element steht, und Yoni, welches f\u00fcr das weibliche Element steht. Aus einer islam-theologischen Perspektive kann das Monas Monument meiner Meinung nach auch als die arabischen Buchstaben <em>Alif<\/em> und <em>Ba<\/em> interpretiert werden. In der Wissenschaft der Symbolik der Arabischen Orthographie steht das <em>Alif<\/em> f\u00fcr den Abstieg des G\u00f6ttlichen Wortes aus der Welt der G\u00f6ttlichen Transzendenz. Das <em>Ba<\/em> symbolisiert das aufnehmende Element in der Welt der Menschen und in der Sprache der Menschen, welche dadurch geheiligt wird (In: The Study Qur\u2019an; Nasr, 2015: xxxiii). Der Sockel in dem rezeptiven Element kann auch als der Punkt unter dem arabischen Buchstaben <em>Ba<\/em> verstanden werden, welches den Treffpunkt der zwei Buchstaben <em>Alif<\/em> und <em>Ba<\/em> symbolisiert. Dort, wo die vertikale Ebene, die Verbindung zu Gott, und die horizontale Ebene, die Rezeption des Gotteswortes in der Welt der Menschen, zusammenkommen. Die vertikale und horizontale Ebene in Bezug auf das G\u00f6ttliche und die Erfahrung des G\u00f6ttlichen in dieser Welt wird auch von einigen K\u00fcnstlern in dieser Ausstellung direkt oder indirekt angesprochen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der K\u00fcnstler <strong>Ariyadi alias Cadio Tarompo<\/strong>, zum Beispiel, weist auf die vertikale und horizontale Verbindung des Menschen mit dem Sch\u00f6pfer und der Sch\u00f6pfung und speziell der Menschen hin. Dabei erkl\u00e4rt er in seiner Arbeit \u201eHablumminallah wa Hablumminannas\u201c die islamische Perspektive und weist dabei auf wichtige grundlegende Dinge der islamischen Lehre hin: 1. Es gibt keinen Zwang in der Religion (Koran 2: 256) und 2. die Notwendigkeit der gegenseitigen Toleranz von verschieden-Gl\u00e4ubigen (Koran 109: 6). Au\u00dferdem sieht er die indonesische Staatsideologie Pancasila als eine Notwendigkeit, um die religi\u00f6se Vielfalt Indonesiens zu erhalten und zu besch\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Natur und Spiritualit\u00e4t<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Natur in all ihrem Reichtum, ihrer Faszination und Bedrohung f\u00fcr das menschliche Leben nimmt in Indonesien eine spezielle Rolle ein. Vulkane, die Architekten der Welt, die den Menschen fruchtbare Erde schenken, das Meer, die Reisfelder, Fl\u00fcsse und Flussl\u00e4ufe, Berge und W\u00e4lder und die reiche Tier- und Pflanzenwelt sind nicht nur Kulisse f\u00fcr das menschliche Leben, sondern spirituelle und \u00f6ffentliche R\u00e4ume von gelebtem Glauben. Die Liebe und Hochachtung f\u00fcr die Natur ist jedoch nicht mit Anbetung und einer Zuschreibung von g\u00f6ttlicher Kausalit\u00e4t gleichzusetzen. Von Orientalisten h\u00e4ufig f\u00e4lschlicherweise als Animismus interpretiert, liegt der tiefen Verbindung mit der Natur ein tiefverwurzeltes, generations\u00fcbergreifendes Verst\u00e4ndnis der ersten S\u00e4ule der Pancasila zugrunde, dem Glauben an den Einen Gott. Die verschiedenen Bestandteile und Wesen der Natur werden vor allem in der javanischen Tradition als Geschwister (<em>sedulur<\/em>) der Menschen bezeichnet, die der Mensch respektiert und von denen er lernen kann, weil sie in der kosmologischen Realit\u00e4t \u00e4lter sind als die Sch\u00f6pfung Mensch. Der Mensch soll demnach versuchen, ein harmonisches Auskommen mit den verschiedenen Bestandteilen der Natur zu erstreben. Und da in der indonesischen und im Speziellen in der javanischen Tradition Respekt und Ehrfurcht haupts\u00e4chlich an Alter gekn\u00fcpft sind, wird den \u00e4lteren Geschwistern in der Natur eine besondere Behandlung zuteil. Diese sollte nicht mit Anbetung verwechselt werden. Das \u201aAnkleiden\u2018 von gro\u00dfen, alten B\u00e4umen mit T\u00fcchern zum Beispiel ist ein Ausdruck von Respekt f\u00fcr das \u00e4ltere Mitglied der Sch\u00f6pfungsfamilie.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Zusammenleben und die horizontale Verbindung des Menschen mit dem Rest der Sch\u00f6pfung spielt auch in dem Werk von K\u00fcnstler <strong>I Wayan Legianta<\/strong> eine wichtige Rolle. Er erkl\u00e4rt, dass im balinesischen Hinduismus Gott in jedem Lebewesen durch die g\u00f6ttliche Seele namens Atman gegenw\u00e4rtig ist. Er schreibt weiter, dass Atman als ein kleiner Funke Gottes verstanden werden kann, der jedem Lebewesen, auch dem Menschen, Leben schenkt. Deshalb, so I Wayan Legianta, ist es so wichtig, jedes Lebewesen und die Vielfalt in der Sch\u00f6pfung zu achten und wertzusch\u00e4tzen, denn diese Wertsch\u00e4tzung der Sch\u00f6pfung f\u00fchrt zur Verherrlichung Gottes selbst. Sein Kunstwerk reflektiert diese \u00dcberlegungen. Verschiedene Farbt\u00f6ne, Kerben und Schichten f\u00fcgen sich harmonisch zu einem Ganzen. Das Vermischen soll die konkrete religi\u00f6se Identit\u00e4t verbergen und jeden Menschen nur als \u201aGlaubenswesen\u2018 sehen. Egal welchem Glauben eine Person angeh\u00f6rt, ein jeder strebt nach der vertikalen Verbindung mit Gott.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch K\u00fcnstlerin <strong>Franziska Fennert<\/strong> reflektiert die horizontale Verbindung mit der Sch\u00f6pfung in ihrem Werk \u201eHeilung\u201c und die vertikale Verbindung zum Sch\u00f6pfer. Mit ihrer Arbeit weist die K\u00fcnstlerin auf die Verantwortung des Menschen gegen\u00fcber der Umwelt und allen anderen Gesch\u00f6pfen hin. Ein jedes Element des Kosmos, so die K\u00fcnstlerin, bezeugt die Existenz Gottes. Die halbrunde Form der Arbeit erinnert an ein Kirchenfenster und symbolisiert so das G\u00f6ttliche. Die Verantwortung des Menschen gegen\u00fcber der Natur ist auch eine spirituelle, sowohl in der traditionellen javanischen Spiritualit\u00e4t als auch im Islam. So wird die Spiritualit\u00e4t des nat\u00fcrlichen Raums zu einer Spiritualit\u00e4t des \u00f6ffentlichen Raumes Natur.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pers\u00f6nlicher Glaube und Spiritualit\u00e4t<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Religion, Glaube und Spiritualit\u00e4t spielen vor allem auch im Leben des Einzelnen eine wichtige Rolle und reflektieren durch diese Person, ihre Taten, ihr Benehmen, ihre Interaktion, ihre Worte, etc. in die Gesellschaft hinein. So wird der \u00f6ffentlichen Raum durch den einzelnen Menschen auf einer mikro-Ebene mitgestaltet. Der K\u00fcnstler <strong>Anggara Tua Sitompul<\/strong> zum Beispiel reflektiert in seinem Kunstwerk \u201eSelbstbeobachtung\u201c die Wichtigkeit Geld in einem religi\u00f6s erlaubten Rahmen zu erwerben damit es auch segensvoll ist. In seinem Konzept dr\u00fcckt er seine Kritik in Form einer \u00dcberraschung aus, dass viele religi\u00f6se Menschen jedoch trotzdem das Geld der Bev\u00f6lkerung stehlen und veruntreuen. Sein Fazit: viele Menschen sind religi\u00f6s, aber nicht gl\u00e4ubig, weil sie zwar einer Religion angeh\u00f6ren, aber die Lehren dieser Religion in ihrem eigenen Leben nicht umsetzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch der K\u00fcnstler <strong>Rudi Maryanto<\/strong> reflektiert in seinem Werk \u201eVertikaler Knoten\u201c \u00fcber seine eigene Religionszugeh\u00f6rigkeit und stellt dabei das Symbol der islamischen Gebetsrichtung &#8211; der Kaaba &#8211; ins Zentrum seiner Arbeit. Auch andere Religionen und Glaubenssysteme haben fest verwurzelte Symbole, die diese im \u00f6ffentlichen Raum und kollektiven Bewusstsein symbolisieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die K\u00fcnstlerin <strong>Laila Tifah<\/strong> beschreibt den Einfluss eines jeden Individuums in der Gesellschaft in ihrer Arbeit \u201eNicht \u2026\u201c. Sie vergleicht den Menschen mit einem Eisberg, von dem nur die Spitze f\u00fcr alle anderen sichtbar ist. Dieser sichtbare Teil wird mit unserer K\u00f6rpersprache, unserem Verhalten und unseren Handlungen und Entscheidungen gleichgesetzt. Der gr\u00f6\u00dfte Teil des Eisberges ist unsichtbar. Dieser unsichtbare Teil bestimmt jedoch wie wir handeln, uns verhalten und Entscheidungen treffen. Das Wort \u201a<em>nicht<\/em>\u2018 in ihrer Arbeit wird zu etwas Positiven, wenn es mit negativen Eigenschaften verbunden wird, um so die Harmonie in der Indonesischen Gesellschaft zu bewahren. Zum Beispiel, sich <em>nicht<\/em> selbstgerecht zu f\u00fchlen, andere Menschen <em>nicht<\/em> von der Anbetung abzuhalten, <em>nicht<\/em> intolerant zu sein, <em>nicht<\/em> zu unterdr\u00fccken und <em>nicht<\/em> arrogant zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Der K\u00fcnstler <strong>Muhammad Andik<\/strong> bringt einen weiteren wichtigen Aspekt in die Diskussion um Religion und Glauben in einer pluralen Gesellschaft, n\u00e4mlich die religi\u00f6se Bildung. In seinem Kunstwerk \u201eDer Murshid (Der Spirituelle Lehrer)\u201c reflektiert der K\u00fcnstler \u00fcber die Wichtigkeit eines spirituellen Lehrers f\u00fcr die spirituelle Entwicklung eines Menschen aus einer islamischen Perspektive. In seinem Werk sehen wir eine traditionell gekleidete Person in einem Kreis von Sch\u00fclern sitzen. Die Farbgebung, die Spitzb\u00f6gen im Hintergrund und die traditionelle Sufikleidung muten mystisch an und der Beobachter fragt sich, was da wohl gelehrt und gelernt wird. In seinem Konzept schreibt Muhammad Andik: \u201eDie Aufgabe eines Murshids besteht darin, den Salik (den Wissenssuchenden), der\/die es ernst meint, Gott kennen zu lernen, das Verst\u00e4ndnis der spirituellen Wege zu Gott zu lehren, ihn\/ sie zu f\u00fchren, zu erziehen und seine\/ ihre Seele zu schmieden. Der Murshid f\u00fchrt den Salik mit Bestimmtheit und Disziplin. Dieser Weg beginnt mit dem Prozess der Reinigung\/ L\u00e4uterung der Seele (tazkiyah al-nafs), bis der Salik ein tiefes Verst\u00e4ndnis (ma&#8217;rifat) von Al-Haqq (einer der Namen Gottes) erreicht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Wichtigkeit von Bildung beende ich meine kurze Betrachtung zu dieser Ausstellung, auch wenn es noch so viel mehr zu sagen g\u00e4be. Ich w\u00fcnsche den Besucher:innen dieser virtuellen Ausstellung viel Freude beim Betrachten der Werke und beim Lesen der Konzepte. Meine Hoffnung ist, dass diese Ausstellung ein kleiner Beitrag zum interreligi\u00f6sen Dialog und zum interreligi\u00f6sen Verst\u00e4ndnis leisten kann. Auch wenn die indonesische Gesellschaft nat\u00fcrlich nicht perfekt ist, so ist doch der Wunsch und das Streben nach Harmonie eine besondere Eigenschaft, die, unabh\u00e4ngig von der Religion oder Glaubenszugeh\u00f6rigkeit, kultiviert wird. Einige K\u00fcnstler:innen haben in ihren Konzepten darauf hingewiesen, dass von au\u00dfen \u201aimportierte\u2018 Ideen und Ideologien teilweise versuchen, das Streben nach Harmonie und die tiefverwurzelte Toleranz gegen\u00fcber Andersdenkenden und Andersgl\u00e4ubigen in der indonesischen Bev\u00f6lkerung anzugreifen. Diese Angriffe machen es umso wichtiger, die historisch gewachsene und etablierte Toleranz und Offenheit zu bewahren, zu kultivieren, zu lehren und an die junge Generation weiterzugeben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Claudia Seise<\/strong> ist promovierte S\u00fcdostasienwissenschaftlerin und arbeitet zurzeit als Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Nachwuchsforschungsgruppe \u201cPerspektiven religi\u00f6ser Vielfalt in der islamischen Theologie\u201d am Berliner Institut f\u00fcr Islamische Theologie an der Humboldt Universit\u00e4t zu Berlin.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator\"\/>\n\n\n\n<p><a href=\"#_ftnref1\">[1]<\/a> Pancasila ist die Staatsideologie Indonesiens. Sie besteht aus f\u00fcnf Prinzipien, welche in der Pr\u00e4ambel der indonesischen Verfassung genannt werden:<\/p>\n\n\n\n<ol type=\"1\"><li>Der Glaube an den Einen Gott <em>(Ketuhanan Yang Maha Esa)<\/em><\/li><li>Gerechte und zivilisierte Menschlichkeit<em> (Kemanusian yang adil dan beradab)<\/em><\/li><li>Nationale Einheit Indonesiens <em>(Persatuan Indonesia)<\/em><\/li><li>Demokratie geleitet von der inneren Weisheit in der Einstimmigkeit, die sich aus den Beratungen der Abgeordneten ergibt <em>(<\/em><em>Kerakyatan yang dipimpin oleh hikmat kebijaksanaan dalam permusyawaratan\/perwakilan<\/em><em>)<\/em><\/li><li>Soziale Gerechtigkeit f\u00fcr alle Menschen Indonesiens <em>(Keadilan Sosial bagi seluruh masyarakat Indonesia)<\/em><\/li><\/ol>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-file\"><object class=\"wp-block-file__embed\" data=\"http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Mikke-Susanto_Religion-Theme-in-Indonesian-Art-FIX-2.pdf\" type=\"application\/pdf\" style=\"width:100%;height:600px\" aria-label=\"Einbettung von Mikke Susanto_Religion Theme in Indonesian Art FIX.\"><\/object><a href=\"http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Mikke-Susanto_Religion-Theme-in-Indonesian-Art-FIX-2.pdf\">Mikke Susanto_Religion Theme in Indonesian Art FIX<\/a><a href=\"http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Mikke-Susanto_Religion-Theme-in-Indonesian-Art-FIX-2.pdf\" class=\"wp-block-file__button\" download>Herunterladen<\/a><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns\">\n<div class=\"wp-block-column\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/democracyandreligion.com\/de\/kunstwerke\/\"><img loading=\"lazy\" width=\"2040\" height=\"1276\" src=\"http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Bunga-di-Padang-Ilalang-2-edited.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1062\" srcset=\"http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Bunga-di-Padang-Ilalang-2-edited.jpg 2040w, http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Bunga-di-Padang-Ilalang-2-edited-300x188.jpg 300w, http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Bunga-di-Padang-Ilalang-2-edited-1024x641.jpg 1024w, http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Bunga-di-Padang-Ilalang-2-edited-768x480.jpg 768w, http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Bunga-di-Padang-Ilalang-2-edited-1536x961.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption> Weitere Kunstwerke zu sehen<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column\">\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"http:\/\/democracyandreligion.com\/de\/kunstlerinnen\/\"><img loading=\"lazy\" width=\"2560\" height=\"1598\" src=\"http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/karya-2-edited-1-scaled.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1063\" srcset=\"http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/karya-2-edited-1-scaled.jpg 2560w, http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/karya-2-edited-1-300x187.jpg 300w, http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/karya-2-edited-1-1024x639.jpg 1024w, http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/karya-2-edited-1-768x480.jpg 768w, http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/karya-2-edited-1-1536x959.jpg 1536w, http:\/\/democracyandreligion.com\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/karya-2-edited-1-2048x1279.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption>Weiter zu K\u00fcnstlerInnen<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Religion in einer Pluralen Gesellschaft: Indonesische Perspektiven Text: Claudia Seise Die Idee f\u00fcr die virtuelle Ausstellung kam spontan w\u00e4hrend eines Treffens mit Dr. Saskia Sch\u00e4fer, Dr. Thomas Stodulka und Prof. Mohammad Gharaibeh, um das Projekt \u201eDemocracy and Interreligious Initiatives\u201c, gef\u00f6rdert aus Mitteln der Berliner University Alliance, zu besprechen. 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